Baustatik Anwenderforum

Wie sind die Stabanschlüsse bei räumlichen Pfettendach zu definieren?


felkol
06.03.2013 16:33
Ich möchte eine Hallenbau als Gesamttragwerk in 3D konstruieren (Faltwerk). Als Rahmen habe ich verschiedene Holzbinder (deswegen auch als Gesamttragwerk), die auf Stahlstützen aufliegen. Auf den Holzbindern liegen orthogonal die Sparren auf.
Mein Problem ist die Stabanschlüsse zu definieren, da sowohl der Sparren als auch der Binder in den Knotenpunkten als durchgängiger Balken definiert sein soll ABER gleichzeitig der Sparren (nur) die Vertikalkräfte an den Binder weitergeben muss.
Also in der Kurzfassung: Wie definiere ich meine Stabanschlüsse im 3D-Modell um einen Durchlaufträger zu simulieren, der an den Auflagerpunkten wiederrum gelenkig an weitere Durchlaufträger anschließt?
Andreas Wölfer
06.03.2013 18:20
Hallo,

das geht leider nicht so einfach über eine Einstellung, da ein Stabanschluss die Eigenschaft eines Stabes an seinem Ende definiert.
Es ist nicht möglich, für mehrere anschliessende Richtungen unterschiedliche Anschlüsse festzulegen.

Um ihr System trotzdem zu realisieren,  müssen sie mehr Aufwand betreiben.

Gehen Sie folgendermaßen vor:

Die beiden sich kreuzenden Balken schneiden sich nicht mehr in einem Knoten.

Anstatt dessen erzeugen sie zwei neue Balken, die einen kleinen Abstand voneinander haben.
Diesen Abstand wählen sie z.B. so groß, wie den Abstand der Schwereachsen der sich kreuzenden Balken.

Die beiden sich kreuzenden Balken lassen sie biegesteif durchlaufen.
Die beiden neuen Knoten verbinden Sie mit einem kleinen Stab.
Den Anschluss dieses kleinen Stabelementes definieren sie so,
dass er an einem Ende keine Torsion aufnehmen kann. (Es darf nur ein Ende keine Torsion aufnehmen können, da der Balken sonst statisch unbestimmt wird.)

->Das war es.

Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.

mfG

A. Wölfer (D.I.E. Software GmbH)


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