Lastfallgruppen

Jede einzelnen Einwirkung wird einem Lastfall zuzuordnen. Die einzelnen Lastfälle werden dann vom Benutzer oder automatisch vom Programm zu beliebig vielen nichtlinearen Lastfallgruppen zusammengefasst, die alle einzeln und unabhängig voneinander berechnet werden.

Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass der Zahlenwert einer Last nur einmal definiert werden muss, da bei der Zusammenstellung der Lastfallgruppen nur auf die definierten Lastfälle verwiesen wird. Ändert sich nun z.B. die Größe einer Einwirkung, braucht diese Änderung nur einmal an den Daten vorgenommen werden, und nicht in jeder Lastfallgruppe, an der diese Einwirkung beteiligt ist.

Lastfälle nach DIN EN 1997 für die Lastfallgruppen

Der Baugrund wird durch ständige Einwirkungen und Verkehrseinwirkungen beansprucht. Zu den ständigen Einwirkungen zählen unter anderem die Eigeneinwirkung des Bauwerks, ständig wirkende Erddrücke, Erdeinwirkungen und Wasserdrücke. Zu den Verkehrseinwirkungen zählen unter anderem normale Verkehrseinwirkungen, wechselnde Erd- und Wasserdrücke und Eisdruck.

Einwirkungen, die durch Veränderung der Umgebung des Bauwerks, z.B. durch Baumassnahmen, durch Einwirkungsänderungen oder durch Grundwassersenkung entstehen, zählen je nach ihrer Dauer zu den ständigen Einwirkungen oder zu den Verkehrseinwirkungen.

Zu jeder Lastfallgruppe wird angegeben, für welchen Baugrundlastfall nach DIN EN 1997 der Nachweis geführt werden soll. Dabei werden folgende Lastfälle unterschieden, wobei die Wahrscheinlichkeit ihres Auftretens in voller rechnerischer Größe und die Dauer und Häufigkeit ihrer Ursache maßgebend sind:

ständig: Lastfall 11

Entspricht dem Lastfall 1 der DIN EN 1997, mit dem Unterschied, dass hier keine klaffende Fuge vom Programm zugelassen wird. Das bedeutet, dass bei Lastfallgruppe mit diesem Lastfall ein Kippsicherheitsnachweis nur erfüllt ist, wenn keine klaffende Fuge auftritt.

ständig: Lastfall 12

Entspricht dem Lastfall 1 der DIN EN 1997. Hier wird von dem Programm eine klaffende Fuge zugelassen. Das bedeutet, dass bei Lastfallgruppen mit diesem Lastfall der Kippsicherheitsnachweis mit einer klaffenden Fuge von bis zu 50% erfüllt ist.

selten: Lastfall 2

Neben den Lasten des Lastfalls 12 gleichzeitig, aber nicht regelmäßig auftretende große Verkehrseinwirkungen, bzw. Einwirkungen, die nur während der Bauzeit auftreten.

Außergewöhnlich: Lastfall 3

Neben den Lasten des Lastfalls 2 gleichzeitig mögliche außerplanmäßige Einwirkungen (z.B. durch Ausfall von Betriebs- und Sicherungsvorrichtungen oder bei Einwirkungen infolge von Unfällen).

Erdbeben: Lastfall 3

Neben den Lasten des Lastfalls 2 gleichzeitig mögliche Erdbebeneinwirkungen

Berücksichtigung von Standardlastfällen

Eigengewicht

Für jede Lastfallgruppe kann getrennt angegeben werden, ob das Eigengewicht des Fundamentes und der Sockel automatisch berücksichtigt werden soll. Weitere Angaben sind dazu nicht erforderlich.

Aufschüttung

Für jede Lastfallgruppe kann getrennt angegeben werden, ob das Gewicht der Erdaufschüttung berücksichtigt werden soll. Das Programm benutzt hier automatisch die Wichte der jeweiligen Bodenschichten. Das Gewicht der Aufschüttung ergibt sich aus der Höhenlage des Fundamentes im Baugrund.

Grundwasser

Für jede Lastfallgruppe kann getrennt angegeben werden, ob der Grundwasserstand berücksichtigt werden soll. Dazu ist die Angabe des Grundwasserstandes erforderlich.

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