Lastfallkombinationen

Bei der Bemessung sind grundsätzlich alle möglichen Lastfallkombinationen zu überprüfen, auch wenn diese nicht die größte Beanspruchung liefern. So kann in diesem Beispiel die Lastfallkombination gd + sd maßgebend werden, weil die mittlere Lasteinwirkungsdauer als ungünstiger anzusehen ist als bei der Lastfallkombination gd + sd + wd mit KLED = kurz.
Werden bei einer Lastfallkombination mehr als eine veränderliche Einwirkung berücksichtigt, so braucht nur eine davon voll angesetzt werden, während die anderen abgemindert werden dürfen.
Das folgende Bild zeigt die vom Faltwerk automatisch erzeugte Überlagerungsregel für die Sparrenbemessung dieses Beispiels.
Überlagerungsregel

Für die Beispielberechnung ergeben sich folgende Lastfallkombinationen, die das Faltwerk berechnet:
Nr. Lfk Bemessungslasten qd [kN/m] Bemessungsmoment Md[kNm] KLED
1. gd 1,35*0.80 = 1.08 System ständig
2. gd + sd 1,35*0.80 + 1,50*1,10 = 2,73 System mittel
3. gd + wd 1,35*0.80 + 1,50*0,30 = 1,53 System kurz
4. gd + sd + ψ*wd 1,35*0.80 + 1,50*1,10 + 1,50*0.60*0.30 = 3,00 System kurz
5. gd + wd + ψ*sd 1,35*0.80 + 1,50*0,30 + 1,50*0.70*1.10 = 2,685 System kurz

Auf den ersten Blick lässt sich nicht erkennen, welche Lastfallkombination maßgebend wird.
Die Lastfallkombination 4 (KLED = kurz) liefert eine um etwa 10% höhere Bemessungslast als Lastfallkombination 2 (KLED = mittel).
Da bei geringerer Einwirkungsdauer (KLED) mit einer geringeren Festigkeit zu rechnen ist, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen, welche Lastfallkombination maßgebend wird. Daher werden vom Faltwerk alle möglichen Lastfallkombinationen berücksichtigt.