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Zweiachsiges Knicken symmetrischer Stützen

Roland Schrödl
28.03.2015 12:24
Hallo Forum,
ich stelle fest dass es Diskussionen gibt über die Behandlung von symmetrischen Stützen. Ist dort ein zweiachsiges Knicken zu untersuchen? Oder reicht es knicken un eine Achse zu untersuchen. Soweit ich weis wird bei der Baustatik Knicken um eine Achse berechnet was günstig ist für die Bewehrung. In einem Seminar kürzlich wurde von dem Vortragenden darauf hingewiesen dass bei symmetrischen Stützen das Zweiachsige Knicken ist. Das bedeutet die Bewehrung wird wesentlich größer! Begründung: Wenn Knicklasten für das einachsige Knicken in den beiden Ebenen nicht weit auseinander liegen ist eine getrennte Behandlung der beiden einachsigen Knickvorgänge dann nicht möglich, weil Einflüsse nichtlinearen Materialverhaltens eine Kopplung bewirken.
Toll wäre eine begründete Antwort!

Grüße Roland Schrödl
Jürgen Naß
30.03.2015 09:58
Bei einem doppelt symmetrischen Stützenquerschnitt mit mittiger vertikaler Belastung bemessen wir die Stütze mit einer ungewollten Ausmitte in einer Knickrichtung.
Bei unsymmetrischen Stützenquerschnitten und ausmittiger Belastung stellt sich während der Iteration die Richtung der ungewollten Ausmitte affin zur Biegelinie ein. Die Größe der ungewollten Ausmitte wird für jeden Iterationsschritt in x- und y-Komponenten aufgespalten. Die Knickrichtung folgt der Richtung der ungewollten Ausmitte. Es wird entsprechend "über Eck" bemessen.

J.Busch
30.03.2015 12:35
Wie das zweiachsige Knicken zu behandeln ist, regelt DIN EN 1992-1-1 im Abschnitt 5.8.9. Demnach dürfen dann getrennte Nachweise für beide Richtungen geführt werden, wenn - vereinfacht ausgedrückt - die Schlankheiten in beiden Richtungen ähnlich sind und gleichzeitig die Ausmitten in beiden Richtungen sehr unterschiedlich sind.
Insofern wäre eine klassische sysmmetrische Stütze nicht auf schiefe Biegung zu bemessen, wie Herr Schrödl meint.
Bei symmetrischen Stützen (und symmetrischen Lagerbedingungen!) und einachsiger Ausmitte ist natürlich nur eine Knickrichtung maßgebend.
In anderen Fällen soll das Programm (gemäß der Veröffentlichung, siehe oben) für schiefe Biegung rechnen: Die ungewollte Ausmitte wird in der Iteration affin zu Biegelinie angesetzt. Aber: Was macht das Programm, wenn es nur eine einachsige planmäßige Ausmitte gibt, die andere Richtung aber möglicherweise knickgefährdeter ist? Mit welcher Richtung der ungewollten Ausmitte beginnt das Programm dann?
Jürgen Naß
05.04.2015 10:31
Bei Knickgefährdung in einer Richtung und einachsiger planmäßiger Ausmitte in der anderen Richtung wird die Vorverformung in 2 Anteile aufgespalten und anschließend auf Doppelbiegung mit Längskraft bemessen.
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