Unterstützte Teile der DIN 1053

  • DIN 1053-1: Berechnung und Ausführung – auf der Basis von Spannungsnachweisen
  • DIN 1053-2: Mauerwerksfestigkeitsklassen auf Grund von Eignungsprüfungen
  • DIN 1053-3: Bewehrtes Mauerwerk
  • DIN 1053-100 Berechnung auf der Grundlage des Teilsicherheitskonzeptes - mit Tragkraftnachweisen
Mauerwerksberechnung

Die Berechnung kann nach folgenden Verfahren erfolgen

  • Vereinfachtes Berechnungsverfahren
  • Genaueres Berechnungsverfahren mit der 5%-Regel
  • Genaueres Berechnungsverfahren mit statischem Ersatzsystem

Bewehrtes Mauerwerk (Kelleraußenwände, Drempel) wird nach DIN 1053 Teil 3 (2.90) sowie nach der Richtlinie für die Bemessung und Ausführung von Flachstürzen berechnet. Die grafische Darstellung der Wand erfolgt in der Ansicht sowie 2 Schnitten. Vertikalschnitt und Grundriss können numerisch oder selektiv variiert werden. Die Baustoffe werden den Listen der genormten Steine, Mörtel entnommen.

Für bewehrte Wandabschnitte oder Stürze muss der zu verwendende Betonstahl aus einer Liste ausgewählt werden. Der Betonstahl wird bei horizontaler Wandbewehrung vom Mörtel des Mauerwerks ummantelt. Bei vertikaler Wandbewehrung muss ein Verfüllmaterial aus einer Liste ausgewählt werden. Bei bewehrten Flachstürzen kann eine Betonklasse als Aufbeton aus einer Liste ausgewählt werden.

Massive Decken, Balkendecken, Unterzüge, Durchlaufdecken, zwei-, drei-, vierseitig gelagerte Decken, parallele Decken können auf der Wand aufliegen. Die Wandlasten werden abzüglich der Wandöffnungen automatisch ermittelt. Die Deckenlasten werden als ständige und Verkehrslast eingegeben. Schiefstellung, Windlasten und Erddruck werden automatisch berechnet. Es können bis zu 10 Einwirkungskombinationen aufgestellt werden.

Beim vereinfachten Verfahren werden die Voraussetzungen überprüft. Jede Geschosswand wird in Teilwände unterteilt, die zwischen 2 Querwänden und/oder Wandöffnungen gebildet werden. Die Aussteifung der Wand durch Decken und Querwände ergibt pro Teilwand eine freistehende Wand oder eine zwei-, drei- oder vierseitige Halterung. Die Knicklängen werden je nach Halterung und Wandgeometrie bestimmt. Beim genaueren Verfahren werden die Knicklängen zunächst nach Pkt. 7.7.2 bestimmt und gegebenenfalls pro Einwirkungskombination reduziert

DIN 1053-1

  • Die Grundwerte der Druckspannungen werden für Rezeptmauerwerk aus Steinfestigkeitsklasse / Mörtelgruppe, für Mauerwerk nach Eignungsprüfung aus der Mauerwerksfestigkeitsklasse abgeleitet.
  • Beim vereinfachten Verfahren wird die zulässige Druckspannung über die Abminderungsfaktoren, beim genaueren Verfahren werden die zulässigen Spannungen, Kantenpressungen aus der Mauerwerksfestigkeitsklasse abgeleitet.
  • Die Schnittgrößen- und Normalspannungsermittlung erfolgt pro Geschoss am Wandkopf, an UK Sturz, in Wandmitte und am Wandfuß.

DIN 1053-100

  • Die charakteristischen Werte der Druckfestigkeiten werden aus Steinfestigkeitsklasse / Mörtelgruppe abgeleitet.
  • Im Grenzzustand der Tragfähigkeit werden die Bemessungswerte der einwirkenden Schnittgrößen den Bemessungswerten der aufnehmbaren Schnittgrößen gegenübergestellt.
  • Die Nachweise im Grenzzustand der Tragfägigkeit erfolgen pro Geschoß am Wandkopf, an UK Sturz, in Wandmitte und am Wandfuß.

Ab UK Sturz wird die Belastung auf die benachbarten Teilwände umgelagert. Die Belastung eines Schnittes wird wenn möglich jeweils unter 60 Grad auf den nächst tieferen Schnitt ausgebreitet.

Bei Anwendung des genaueren Verfahrens mit vereinfachter Berechnung der Knotenmomente werden diese nach der 5%-Regel aus den Deckenlasten und –stützweiten berechnet. Bei Anwendung des genaueren Verfahrens mit Berechnung der Knotenmomente an einem Ersatzsystem werden diese aus den Deckenlasten und –stützweiten und den zuvor berechneten Knotensteifigkeiten ermittelt. Bei einer horizontalen Wind- und Erdbelastung mit Plattenwirkung werden in Wandmitte Momente Mx aus zwei-, drei- oder vierseitiger freier Lagerung ermittelt und auf die vorhandenen planmäßigen und Knotenmomente aufaddiert.

DIN 1053-1

  • Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens werden die vorhandenen Normalspannungen, Fugenanteile und rechnerischen Randdehnungen nur unter Berücksichtigung einachsiger Ausmitte in Wandlängsrichtung berechnet.
  • Bei Anwendung des genaueren Verfahrens werden die vorhandenen Normalspannungen, Fugenanteile und rechnerischen Randdehnungen unter Berücksichtigung zweiachsiger Ausmitte berechnet.
  • Dabei wird in Wandmitte zur bisher ermittelten planmäßigen die zusätzliche Exzentrizität aus ungewollter Ausmitte und Stabauslenkung angesetzt.

DIN 1053-100

  • Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens werden die aufnehmbaren Normalkräfte und rechnerischen Randdehnungen nur unter Berücksichtigung einachsiger Ausmitte in Wandlängsrichtung berechnet.
  • Bei Anwendung des genaueren Verfahrens werden die aufnehmbaren Normalkräfte und rechnerischen Randdehnungen unter Berücksichtigung zweiachsiger Ausmitte berechnet.
  • Dabei wird in Wandmitte zur bisher ermittelten planmäßigen die zusätzliche Exzentrizität aus ungewollter Ausmitte und Stabauslenkung angesetzt.
Zuvor wird bei massiven Decken pro Einwirkungskombination die Reduzierung der Knicklänge überprüft und wenn möglich vorgenommen.

Bei Anwendung des genaueren Verfahrens wird, falls erforderlich, der Einfluss einer ungewollten horizontalen Einzellast in Wandmitte überprüft.

Bei einer Horizontalbelastung aus Winddruck/-sog und zugeordneter Schiefstellung mit Scheibenwirkung werden die Horizontalkraft Fx und der Momentenzuwachs dMy an UK Wand eines Geschosses ermittelt und in die Wand eingeleitet.

Der Momentenzuwachs wird je nach Anforderung auf die Teilwände nach den Flächenträgheitsmomentenanteilen verteilt oder insgesamt in Form von Linienbelastung in die Wand eingeleitet.

Die Horizontalkraft wird analog dem Momentenzuwachs verteilt.

Mauerwerk

DIN 1053-1

  • Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens erfolgt der Schubnachweis als Scheibenschub für den Rechteckquerschnitt der gesamten Wand jeweils am Wandfuß.
  • Bei Anwendung des genaueren Verfahrens werden unter Einbeziehung der mitwirkenden Querwandlängen polygonale Teilwandgrundrisse gebildet, für die die zugehörigen Normalspannungen in der Lagerfuge ermittelt werden.
  • Der Schubspannungsnachweis erfolgt an den Teilwandenden und in Teilwandmitte.
  • Bei Anwendung des genaueren Verfahrens werden Biegezugnachweise geführt, wenn eine Teilwand über eine vierseitige Lagerung eine horizontale Lastabtragung aufnehmen kann und ein Moment Mz ermittelt worden ist.
  • Die vorhandene Biegezugfestigkeit wird dem zulässigen Fugenversagen und dem zulässigen Steinversagen gegenübergestellt.

DIN 1053-100

  • Die charakteristischen Werte der Biegezug- und Schubfestigkeiten werden aus Steinfestigkeitsklasse / Mörtelgruppe abgeleitet.
  • Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens erfolgt der Querkraftnachweis als Scheibenschub für den Rechteckquerschnitt der gesamten Wand jeweils am Wandfuß.
  • Bei Anwendung des genaueren Verfahrens erfolgt der Querkraftnachweis pro Teilwandgrundriß jeweils am Wandfuß, für die die zugehörigen Normalspannungen in der Lagerfuge ermittelt werden.
  • Im Grenzzustand der Tragfähigkeit werden die Bemessungswerte der einwirkenden Schnittgrößen den Bemessungswerten der aufnehmbaren Schnittgrößen gegenübergestellt.
  • Bei Anwendung des genaueren Verfahrens werden Biegezugnachweise geführt, wenn eine Teilwand über eine vierseitige Lagerung eine horizontale Lastabtragung aufnehmen kann und ein Moment Mz ermittelt worden ist.
  • Beim Querkraft- und Biegezugnachweis werden Fugenversagen und Steinversagen berücksichtigt.

Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens müssen, bei Anwendung des genaueren Verfahrens können Kellerwandnachweise geführt werden.

Stürze über Wandöffnungen können als Einfeldsturz oder als durchlaufender Sturz mit bis zu 5 Feldern ausgebildet werden.

Bei Einfeldstürzen wird überprüft, ob sich ein Gewölbe ausbilden kann. Wenn das möglich ist, wird die Sturzbelastung nach DIN 1053, Pkt. 8.5.3 ermittelt.

Bei Anwendung des vereinfachten Verfahrens erfolgt der Nachweis der Auflagerpressung nach Pkt. 6.9.3, bei Anwendung des genaueren Verfahrens nach Pkt. 7.9.3.

Horizontale Wandbewehrungen werden vor allem für Kelleraußenwände benötigt. Belastungen aus Erddruck in Verbindung mit Verkehrsauflast zwingen gegebenenfalls zu bewehrten Wänden.

Die Bewehrungsführung wird nach DIN 1053, Teil 3, Bild 1- 3 angenommen.

Die Bemessung erfolgt für Biegung nach DIN 1053, Pkt. 4 über den Rechenwert BetaR. Die Abminderung bei gelochten Steinen wird berücksichtigt.

Vertikale Bewehrungen können vor allem in Drempelwänden (Kniestock) Anwendung finden. Horizontale Dachlasten können über sogenannte Drempelsäulen konzentriert in die Stahlbetondecke abgetragen werden.

Die Bewehrungsführung wird nach DIN 1053, Teil 3, Bild 4 - 6 angenommen.

Die Bemessung erfolgt für Biegung mit Längskraft nach DIN 1053, Pkt. 4 über den Rechenwert BetaR. Die Abminderung bei gelochten Steinen wird berücksichtigt.

Flachsturzbemessungen werden nach der Richtlinie für die Bemessung und Ausführung von Flachstürzen bemessen und nachgewiesen.

Die Biegebemessung erfolgt nach DIN 1045. Bei unmittelbar auf den Stürzen aufliegenden Decken wird die Festigkeit des Aufbetons in Rechnung gestellt, sonst die Festigkeit des Mauerwerks.

Die Schubtragfähigkeit wird über den Vergleich der maximal vorhandenen Querkraft mit der zulässigen Querkraft nachgewiesen

Mauerwerk